Abshiid

‘Afscheid‘ van Robert Long

Miir gegenüber hoksh, luegsh mich au aa
und säish d, flame seig uus, s ganzi füür nüme daa,
wil ich bringi nöd daas, wo du überchoo setsh,
und ich sägi und machi nöd daas, wo du wetsh.

Duu wirfsh mir foor, das ich diich nöd fershtaa.
Das ich diini faworite nöd täil, macht dich suur.
Ja, ich wäiss du häsh au no e gueti figuur;
Nu a s uusgsee, da gwönt me sich bald emaal draa.

D jugend git jez dir no lüüchtende glanz,
Und du zelsh das zu diine ferdiensht, foll und ganz:
Doch so shnäll jedi blüete ferwelkt achtloos bliibt,
Ja, genau so gaat s öis, wän d ziit s jung sii fertriibt.

Lang ha-n-i bruucht, aber dänn ha-n-i s gleert:
Bi de lüüt ish s entshäidend mit wèm me vercheert.
Und so chunt s, das so lüütseelig duu dich au gish,
mängmaal gsee-n-ich doch äifach wie äinsam du bish.

Wäiss ich so gnau, was de bruch dir aatuet?
Filicht käned mir zäme-n-öis doch nöd so guet.
Aber los jez no zue: au wän s der nöd gfalt,
wird ich glii dich fermisse. Du laash mich nöd chalt.

Das du jez wäggaash erfült mich mit truur,
und ja sicher, es ish nu dis besseri rächt.
Nu die lèèri wo d‘ zrugglaash ferträäg ich so shlächt.
Dich macht hoffetli s nörgle nöd zuesätzlich suur.

Wän d‘ no chli ziit häsh, dän shtaa jez gshnäll shtill
für mis gäishtige-n-aug, für es porträit wo sizt,
äis mit sharfem shtift iigèèzt, wie-n-iich s so gèèrn will,
wo für gèng dän als bild i mis hirni ish grizt.

Shpööter, da simmer mir bäidi dän alt,
bis dän wäiss i vermuetli au besser was tue,
und dän gsee-n-i im gäisht, mit de-n-auge fesh zue,
wie du gsii bish als jung, genau soo wie s mer gfalt.

Jez mues i finde de wääg us em grau,
und für diich, miini liebi, es ‚mach s guet‘ und ‚tshau‘.
Wän d‘ häsh hunger chum zrugg, au wän d‘ gshpüürsh, es tuet wee.
Ja, die shtat ish grooss gnueg, zum drin d äinsamkäit z gsee.

Text im 3/4-Takt, zB zur Melodie von ‚Jeux interdits‘

02.09.2026